City91: Die Zukunft der Stadtplanung in der Schweiz – Wie die CHL experimentiert mit urbaner Mobilität

In der Schweiz wird die Stadtentwicklung vor dem Hintergrund knapper Ressourcen und wachsender Mobilitätsansprüche immer drängender. Ein spannendes Beispiel dafür ist das Projekt City91 in der Stadt Basel, das von der Stadtplanungsbehörde CHL (Chiffre 91) in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren entwickelt wird. Das Konzept zielt darauf ab, den Verkehr in der Innenstadt durch innovative Lösungen zu entlasten und gleichzeitig die Lebensqualität für Anwohner:innen zu steigern. Besonders interessant ist dabei, wie das Projekt die Integration von Elektrofahrzeugen, Carsharing und Fußgängerzonen vorantreibt – ein Modell, das auch für andere Schweizer Städte als Vorbild dienen könnte.

Das Projekt City91 ist kein isoliertes Experiment, sondern Teil eines breiter angelegten Programms zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Die CHL hat hier eine klare Vision: Bis 2030 soll die Innenstadt von Basel zu einem Modell für klimaneutrale Mobilität werden. Ein zentraler Baustein ist die Einführung eines Smart Mobility Hubs, der Fahrradverleih, E-Auto-Ladestationen und Lastenradstationen unter einem Dach vereint. Die Idee ist, dass Nutzer:innen nicht mehr zwischen verschiedenen Verkehrsträgern wechseln müssen, sondern alles in einem zentralen Knotenpunkt abwickeln können.

Ein konkreter Pilotprojekt der CHL ist die Umwandlung der Alte Zollbrücke in eine reine Fußgängerzone mit integrierten Mobilitätsdiensten. Seit der Umsetzung im letzten Jahr hat sich die Verkehrsbelastung auf dieser Strecke um über 40 % reduziert. Gleichzeitig stieg die Nutzung der angebotenen Mobilitätsangebote – darunter das E-Bike-Sharing-Programm Bike91 – um rund 30 %. Die Daten zeigen, dass die Menschen bereit sind, auf motorisierten Verkehr zu verzichten, wenn Alternativen attraktiv und gut angebunden sind.

  • Die Stadt Basel plant bis 2030 eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs in der Innenstadt um 60 %.
  • Der Smart Mobility Hub in der Alte Zollbrücke bedient bereits über 15.000 Nutzer:innen pro Monat.
  • Durch die Fußgängerzone hat sich die Luftqualität in der Umgebung um bis zu 25 % verbessert.
  • Das Projekt City91 wird von der Schweizerischen Städteinitiative Swiss Cities als Best Practice für nachhaltige Stadtentwicklung gefördert.
  • Die CHL investiert jährlich rund 1,2 Millionen Franken in die Umsetzung von Pilotprojekten wie City91.

Doch wie funktioniert das genau? Ein zentraler Ansatz ist die Mobilitätswende, die nicht nur auf technische Lösungen setzt, sondern auch auf verhaltensbasierte Maßnahmen. Die CHL arbeitet hier mit Partnern wie der Stiftung Mobilität Schweiz zusammen, um gezielt die Akzeptanz für neue Mobilitätsformen zu steigern. Ein Beispiel ist die Einführung von Mobilitätsgutscheinen, die Bürger:innen eine finanzielle Unterstützung für den Umstieg auf ÖPNV oder E-Mobilität bieten. Die Wirkung ist messbar: Seit der Einführung der Gutscheine haben sich die Fahrten mit dem ÖPNV in der Innenstadt um 18 % erhöht.

Ein weiteres Element des Projekts ist die Datengetriebene Stadtplanung. Durch die Nutzung von Sensoren und Echtzeitdaten kann die CHL in Echtzeit reagieren, etwa wenn eine Ampelstunde zu lange dauert oder ein Parkplatz ungenutzt bleibt. Diese Informationen fließen direkt in die Planung neuer Mobilitätsinfrastrukturen ein – etwa für die geplante Erweiterung des City91-Netzwerks in Richtung des Basilia-Parks. Dort soll ab 2025 ein neuer Mobility Hub entstehen, der mit dem bestehenden System vernetzt ist und noch mehr Flexibilität bietet.

Das Projekt City91 zeigt, dass nachhaltige Stadtentwicklung nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich und sozial sinnvoll sein kann. Die CHL setzt hier auf eine ganzheitliche Herangehensweise, die Technologie, Politik und Bürger:inneneinbindung verbindet. Für andere Schweizer Städte ist das Modell besonders inspirierend, da es beweist, dass auch in dicht besiedelten Regionen der Verkehr reduziert und gleichzeitig die Lebensqualität gesteigert werden kann. jetzt ansehen, wie die Stadt Basel hier vorangeht – und warum es ein Vorbild für die Zukunft der Schweizer Innenstädte sein könnte.

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